
Daniel Junker von den Leine-Nachrichten stellt das "groovy-worms Projekt: Rockmesse" in der Ausgabe vom 8.2.2012 vor.
Bei einer unserer letzten Proben erhielten wir Besuch von Daniel Junker, Redakteur der Leine Nachrichten. Er wollte sich selbst ein Bild über unsere Vorbereitungen zur Aufführung der Rockmesse am 19.2.2012 in der Kirche St. Mathilde in Alt-Laatzen machen.
Dazu interviewte er einige Bandmitglieder über die Entstehungsgeschichte der Band. Wir beantworteten seine Fragen, z.B. wie es zu diesem Projekt gekommen ist und wie man dazu kommt bei groovy-worms Musik zu machen. Anschließend machte er mit uns noch einige Fotos.
Von Daniel Junker, Laatzen.
Sie sind zwischen elf und 52 Jahre alt und wollen der Kirchenmusik einen moderneren Schliff verpassen: 20 Mitglieder der katholischen St.-Oliver-Gemeinde haben sich zu der Rockband Groovy-Worms zusammengeschlossen. Seit drei Jahren musizieren die Jugendlichen und Erwachsenen gemeinsam, die Stücke spielen sie meistens bei Gottesdiensten und Gemeindefesten.
Die Musiker suchen sich bereits komponierte Songs aus, die sie dann passend zur Band umarbeiten. „Wir arrangieren die Lieder so um, wie wir sie gern spielen möchten“, sagt Bassist Georg Gehrenkemper – mit 52 Jahren der älteste im Bunde. „Wir wissen anfangs oft noch nicht, was dabei herauskommt, aber wir sind sehr experimentierfreudig.“
Grundlage für die Stücke sei oft die sogenannte Rote Mappe mit modernen Kirchenliedern, die Musiker greifen aber häufig auch auf bekannte Rock- und Popstücke, zum Beispiel „Brothers in Arms“ von den Dire Straits oder „Hallelujah“ von Leonard Cohen zurück.
„Highway to Hell“ in der Kirche zu spielen habe sich die Gruppe noch nicht getraut, sagt Gehrenkemper – er fügt aber lachend hinzu: „Wir haben schon darüber nachgedacht.“ Selbst klassische Titel hat die Gruppe im Repertoire. „Das traditionelle Liedgut aus den Gesangsbüchern der Kirche spielen wir aber eher nicht“, sagt Schlagzeuger Eckhard Richter.
Hervorgegangen ist die Gruppe zum Teil aus dem Jugendchor „Beatless“. „Der Chor hatte sich in der Auflösung befunden“, sagt Gehrenkemper.
„Viele Jugendliche wollten weiter zusammen Musik machen. Sie wollten aber nicht nur singen und Gitarre spielen, sondern auch andere Instrumente nutzen.“ Also suchten sie sich erfahrene Mitstreiter. Dass die meisten davon bereits erwachsen waren, störte sie nicht. Die Idee der Gruppe: „Sie wollten eine heilige Messe mit Band spielen“, sagt Richter.
Weitere Mitglieder kamen 2009 bei einer Firmvorbereitung dazu: „Es gab ein Projekt über Rock- und Popmusik in der Kirche“, erinnert sich die Sängerin und Gitarristin Ellen Vietgen. Damit war der Grundstein gelegt. Bei so vielen Musikern ändert sich immer wieder die Struktur der Gruppe. „Es gehen immer mal wieder welche, es kommen aber auch immer wieder neue Mitglieder dazu“, sagt Gehrenkemper.
Bei ihrem nächsten Konzert in der Kirche St. Mathilde spielen die Groovy-Worms keine Stücke aus den Charts: Die Gruppe führt dann die „Rockmesse“ des Komponisten Bohuslav Bereta auf.
Die „Rockmesse“ beginnt am Sonntag, 19. Februar, um 17 Uhr in der Kirche St. Mathilde in Alt-Laatzen. Der Eintritt ist frei, es wird um Spenden für die Erweiterung der Orgel von St. Oliver gebeten. Eingeladen sind ausdrücklich Zuhörer aller Konfessionen.
(Junker, Leine-Nachrichten, 09.02.2012)