Wo sonst Ruhe und Besinnlichkeit im Vordergrund stehen, begeistern die Groovy-Worms am Sonntag das Publikum mit christlicher Rockmusik

Foto: M. Mommertz

Michael Mommertz von den Leine-Nachrichten berichtet über den Auftritt in der Ausgabe vom 21.2.2012 

Sie haben auf Deutsch, Englisch und Latein gesungen und richtig laut gerockt. Und es schien, als gefiel den rund 250 Gästen in der St.-Mathilden-Kirche das, was sie da hörten: Die 21 Musiker der Band Groovy-Worms spielte am Sonntag die „Rockmesse“ des österreichisch-slowakischen Komponisten Bohuslav Bereta zum ersten Mal live vor Publikum. Georg Gehrenkemper, Sänger und Bassist der Gruppe, war begeistert von der Idee der „Rockmesse“: „Das Faszinierende daran ist die Kombination von Traditionellem und Neuem“, sagte der Musiker.

Das Konzept ist einfach: Die zehn Lieder der neuartigen Messe entsprechen der üblichen Gesangsreihenfolge der Liturgie: Angefangen beim „Einzug“, weiter mit dem „Schuldbekenntnis“ und dem „Ehre sei Gott“ bis zum „Auszug“ als letztem Stück weicht die neuartige Interpretation nicht vom Gewohnten ab. Soweit die Gemeinsamkeiten.

Wo normalerweise die Gesänge der Gemeindemitglieder von den harmonischen Tönen der Kirchenorgel untermalt werden, segelten am Sonntag knallharte Gitarrenriffs durch das Kirchenschiff, donnerte das Schlagzeug von Innen gegen den Glockenturm und sangen die Sänger ihre Textzeilen dem Publikum entgegen – zumindest beim Gros der Stücke. Wie jede passable Rockband weiß, kann man das Publikum nicht über die Länge eines ganzen Konzertes mit Vollgas beschallen, es braucht auch langsamere Abschnitte: Das „Halleluja“ – in der Sprache der „Rockmesse“ „Gospel acclamation“ genannt – war ein solcher Abschnitt, angereichert mit Sprechgesang: In bester Hip-Hop-Manier rappte Dominick Lack vom Katholizismus und dem Glauben an Gott. Für eine Wiederholung müssen sich die katholischen Rockfans gedulden: „Vor Ostern spielen wir die Messe nicht mehr“, sagte Gehrenkemper.

21.02.2012 / LKLN Seite 4 Ressort: LAAZ